Am Montag gabs ne nette Party in den Ruinen der Pissrinne im Görli, weil der Görli auch nachts wieder offen ist. YEAH! Alle haben sich gefreut, nur einer nicht…
Bis morgens um 3 Uhr wurde ausgelassen gefeiert. Mehr als 2 Jahre gemeinsam organisierter Kampf waren vorläufig erfolgreich! Vielleicht 150 Nachbar*Innen, Kläger*innen und Leute aus den Kiez-Anti-Zaun-Initiativen hatten sich versammelt. Dabei wurden ein Paar Pyros abgefackelt, einige Sektflaschen geköpft und paar Tütchen gerollt. Bis zum Schluss wurde gelegentlich „der Görli bleibt auf“ gerufen!
Die Bullen waren desorientiert und hatten nur kurz am Anfang genervt, weil sie aus der Party eine Kundgebung machen wollten. Eine Anmeldung bei der Polizei wurde aber verweigert. Erst als Kurt Wansner, ein altbekannter Hetzer aus der Bezirks-CDU und der RBB auf der anderen Seite der Pissrinne aufkreuzten, bekam die Party nen teils kämpferischen Charakter.
Einer der Ersten, die Wansner angesprochen hatten, war einer der Kläger. Allerdings reagierte Wansner herablassend, anmaßend und abfällig auf ihn, so dass das Gespräch schnell ein frustrierendes Ende nahm. Mehr und mehr Leute von der Party kamen dazu und zeigten ihre Ablehnung gegenüber Wansners Zaunidee. Auch der RBB wurde angesprochen, er wollte aber ausschließlich mit Wansner sprechen.
Das Interview mit Wansner war entsprechend parteiisch und unkritisch. Alle mitleidige Anteilnahme vom RBB gegenüber Wansners Niederlage war aber völlig überflüssig, der Typ is ja völlig schmerzbefreit, kein Gefühl. Wansner meinte, die Leute von der Party würden alle nicht hier wohnen, klar, er kennt ja auch niemand hier aus dem Wrangel- oder Reichekiez. Die Frage nach der Niederlage durch Gerichtsentscheid hat er kalt vom Tisch gewischt und dem Gericht vorgeworfen, sich nicht mit dem Görli-Problem beschäftigt zu haben. Und natürlich hat er nichts aus dem Gerichtsentscheid gelernt, er will bei seiner kaputten Idee bleiben und erneut versuchen, den Görli mit kaputten Toren zu verschließen. Es kann nur einen geben, der Recht hat, Wansner selbst. Komischer Typ, alles was Kreuzberg ausmacht und seine Bewohner*innen lehnt er ab, aber regieren würde er in Kreuzberg schon, wenn alles so ist, wie es ihm gefällt.
Irgendwie bekam das Interview dann aber doch noch ne komische Seite. Auf der Party wurden nämlich Aufkleber verteilt, auf denen sogenannte Dick-Pics abgebildet waren, alle aus dem Internet abgefischt. Dabei handelt es sich um Fotos des nackten männlichen Genitals, die Männer ungefragt, übergriffig und gewaltvoll verschicken, meist digital. Die Aufkleber werden in Berlin immer wieder von einer Künstlerin als Protestaktion verteilt, um damit auf Übergriffigkeit durch Männer im Internet aufmerksam zu machen.Und auf Wansners Rücken befand sich irgendwann genau so ein Aufkleber. Das wirkte zwar lächerlich, sorgte aber deshalb für jede Menge Erheiterung. Wird Wansner irgendwann von seiner wahnhaft obsessiven Görli- und Kiez-Phobie ablassen können?
https://www.rbb-online.de/rbb24/videos/berlin/20260601_2145.html







