Senat setzte Görli-Schließung mit Rechtsbruch durch – wir fordern sofortigen Abbau des Zauns!


Bronzefigur von Justitia ohne verbundene Augen mit SchwertNur mit mehrfachem Rechtsbruch, auch gegen die Gewaltenteilung, konnte der Senat die vorübergehende Schließung des Görlitzer Parks erreichen. Das geht jedenfalls aus dem vernichtenden Urteil des Verwaltungsgerichts zur Anwohnenden-Klage hervor. Der Gerichtsbeschluss belegt das skandalöse Vorgehen, das sich Kai Wegner, Manja Schreiner, CDU, Iris Spranger, SPD, Barbara Slowik Meisel und die Polizei geleistet haben.

In der bürgerlichen Presse wurde bisher immer nur von einem „formalen Rechtsfehler“ berichtet, den der CDU-geführte Senat (SenMVKU) begangen hat, um die Schließung des Görli per Allgemeinverfügung zu erreichen. Das klingt „nur“ nach Stümperei, so wie aus Versehen auf der Tastatur verrutscht und §x statt §y geschrieben. Aber was heißt eigentlich formaler Fehler?
Formaler Fehler bedeutet, dass der Senat gar kein Gesetz hatte, auf dem er sein Handeln begründen konnte. Er hat ganz außerhalb der Rechtsordnung gehandelt. Der Zaun ist illegal.

Auflistung der Gesetze, die der Senat laut Urteil gebrochen hat

  • Verfassung von Berlin (VvB) in Verbindung mit dem Grundgesetz (GG)
  • Allgemeines Zuständigkeitsgesetz (AZG)
  • Landesorganisationsgesetz (LOG BE)
  • Grünanlagengesetz (GrünanlG)
  • Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG Bln)

Der Umfang zeigt, dass es keineswegs um ein Versehen bei der Ausübung von Verwaltungsmacht geht, sondern um Machtanmaßung.

Rechtliche Einordnung

Wegen des offensichtlichen und leicht erkennbaren Rechtsbruchs der Allgemeinverfügung des SenMVKU, reichte dem Verwaltungsgericht eine „summarische Prüfung“ der Verwaltungsvorschriften aus. Die Allgemeinverfügung von SenMVKU wurde als rechtswidrig abgelehnt, da dem Senat kein Gesetz zur Schließung zur Verfügung stand, der sogenannte „formale Fehler“. Eine inhaltliche und detaillierte Überprüfung war dann für das vorläufige Urteil überflüssig. Diese folgt erst im Hauptsacheverfahren und verspricht weitere brisante juristische Bewertungen. Einen Vorgeschmack darauf bietet ein Rechtsgutachten der Uni Freiburg, das die Rechtmäßigkeit des KbO Wrangelkiez/Görlitzer Park widerlegt. Danach wäre eine zukünftige Kameraüberwachung im Görli auch rechtswidrig, da sie nur an KbO’s legal wäre. Sind alle anderen KbO’s in Berlin auch illegal?

Laut Landesorganisationsgesetz darf der Senat Anweisungen erteilen, aber nur die Bezirke dürfen sie umsetzen. Da der Bezirk (hier Friedrichshain/Kreuzberg) die Allgemeinverfügung zur Schließung von vornherein als unrechtmäßig zurückgewiesen hat, hätte der Senat sie zurückziehen oder zumindest zur Klärung eine Einigungsstelle einschalten müssen. Jedenfalls hatte der Senat diese Vorgehensweise selbst im LOG BE gesetzlich festgelegt. Davon abweichend wollte der Senat aber im Fall der Görli-Schließung weder eine Einigungsstelle einrichten, noch sich auf andere Art mit dem Bezirk einigen.

Von Anfang an hat sich der Senat vorsätzlich über alle im Urteil genannten Gesetze und die bezirkliche Verwaltungshoheit hinweggesetzt und die Schließung gewaltsam gegen den Bezirk durchgedrückt. In einer Stellungnahme zur Schließung vom 5. März 2024 hat der Senat selbst eingeräumt, dass das GrünanlG keine Schließung durch den Senat erlaubt. Im Nachgang hat der Senat das GrünanlG, das LOG BE und das ASOG Bln geändert, auch um die Schließung legal erscheinen zu lassen. Trotz der generellen Gesetzlosigkeit der Görli-Schließung, die im Gerichtsbeschluss festgestellt wurde, hat der Senat nun dagegen Einspruch beim Oberverwaltungsgericht eingelegt und will weiter den Görli schließen.

Machtausweitung des Senats

Mit den oben genannten Gesetzesneufassungen hat der Senat den Bezirken scheinbar mehr Eingriffsrechte gewährt. Tatsächlich verschafft sich der Senat selbst mehr Macht, um sich ein Durchregieren zu ermöglichen. Dabei entzieht er uns allen Freiheiten und pervertiert die Idee aller Berliner Parks als Erholungs- und Naturraum: das Grünanlagengesetz wird zum Polizeigesetz umfunktioniert.

Das Ziel der CDU ist nicht, die Armut und Wohnungslosigkeit zu bekämpfen oder die Grünanlagen zu schützen:

  • Einwanderungs- und Asylpolitik verschwinden hinter Nationalismus und Rassismus.
  • Mieten und Wohnungslosenzahlen steigen seit Jahren rasant, das Eigentum an Wohnraum und dessen ausbeuterischer Charakter werden verschwiegen.
  • Viele Rasenflächen im Görli wurden umgepflügt, von Reifenspuren der Polizeiautos beim Wenden und Parken.

Ziel der Schließung war eine gewaltsame Machtdemonstration. Also vorzuführen, dass die CDU stark genug sei, Sicherheit mit dem Polizeiknüppel herbeizufantasieren. Die Ursachen für die sozialen Probleme im Görli sollten hinter Innen- und Sicherheitspolitik und dem Zaun verschwinden. Wohnungslose, Drogennutzende, Parkbesucher*innen, Anwohnende und Menschen ohne Aufenthaltsstatus wurden kriminalisiert, polizeilich bedroht, ihre rechtlichen Freiheiten eingeschränkt, mit der Absicht sie letztendlich für das Elend selbst verantwortlich zu erklären.

Dafür haben CDU und SPD zwar Millionen von Euros verbrannt, sind aber rundum gescheitert. Die Gesetz brechende und willkürliche Görli-Schließung war kein „formaler Rechtsfehler“, sondern ein feudaler Rechtsbruch! Wenn die CDU vorgibt, den Rechtsstaat zu ehren, ist das Heuchelei. Der Görli-Zaun ist populistisch, menschenverachtend, rassistisch und klassistisch. Lasst ihn uns abreißen!

Weg mit allen KbO’s!

Sofortige Einstellung aller polizeilichen KbO-Maßnahmen!

Weg mit der Security!
Keine Kamera-Überwachung!

Weg mit Zaun, Toren und Drehkreuzen!

Legal, illegal, scheißegal, abreißen!

Görli 24/7!

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Unternehmen hinter KI-Videoüberwachung am Kotti, Görli & Co. bekannt

Bild einer Überwachungskameranetzpolitik.org hat veröffentlicht, an welche Firmen der Auftrag der Videoüberwachung in Berlin vergeben wurde: Adesso SE und Staige. Wir haben dazu ein wenig recherchiert

 

 

Bis September sollen die Kamerasysteme mit KI-gestützter Verhaltensanalyse am Kottbusser Tor in Betrieb genommen werden, damit sich CDU und SPD ihr Prestigeprojekt kurz vor der Wahl noch schnell auf ihre „sicherheits“fanatische Fahne schreiben können. Im Anschluss sollen direkt weitere öffentliche Orte ins Visier des KI-Überwachungsstaates genommen werden: Warschauer Brücke, Alexanderplatz, Görlitzer Park und Wrangelkiez, Rigaer Straße, Hermannstraße und Hermannplatz. Alles Orte an denen sich viele migrantische, arme, obdachlose oder politisch aktive Personen aufhalten, die rechten Parteien und ihrer gesellschaftlichen Ordnung ein Dorn im Auge sind und bitteschön aus dem Stadtbild verschwinden, oder wenigstens unter staatlicher Beobachtung stehen sollen.

Bei ähnlichen Überwachungsprojekten in Mannheim und Hamburg wurden die Kamerasysteme noch vom Fraunhofer IOSB, einem gemeinnützigen Institut, betrieben. In Berlin werden erstmals privatwirtschaftliche Unternehmen beauftragt, die damit einen Zuschlag von 4 Millionen Euro erhalten und ihre Profite durch die Weiterverwendung der erhobenen Videodaten und Weiterentwicklung ihrer Systeme noch weiter in die Höhe treiben können.

Adesso [2] ist ein IT-Dienstleister mit über 11.000 Mitarbeitenden und jährlich knapp 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Hauptsitz des Unternehmens ist in Dortmund, jedoch gibt es verschiedene Standorte mit Büros in ganz Deutschland, einer davon in Berlin, mitten in Kreuzberg, am Moritzplatz (Prinzenstraße 34), also nichtmal einen Kilometer vom Kottbusser Tor entfernt. Ein Besuch wäre also nur einen Katzensprung entfernt und könnte sicherlich lohnenswert sein 😉

Adesso wird die Hard- und Software für die KI-Videoüberwachung einkaufen.
Darüber hinaus bietet das Unternehmen „IT-Lösungen“ in 20 verschiedenen Branchen an, z.B. Gesundheitswesen, Wohnen, Lotto, Automobil oder -kaum verwunderlich- Verteidigung. Für ein laut Website „sicheres Europa“ werden Angebote für Bundeswehr, Polizei und weitere „Sicherheits“behörden entwickelt [3]. So bietet das Unternehmen zum Beispiel eine 3D Virtual Reality Software, die Kriegsszenarien simuliert und das nicht nur für Ausbildungszwecke, sondern auch für die Planung und Durchführung von Kriegseinsätzen im Echtfall. Nicht unwahrscheinlich, dass Videoaufnahmen vom Kotti oder anderen Orten in Zukunft möglicherweise für die Weiterentwicklung und Optimierung von militärischer Software verwendet werden.
Mit Transparenz und Datensicherheit nimmt es Adesso offenbar auch nicht so genau. 2022 gab es einen Hackerangriff auf deren IT Systeme, wodurch über mehrere Monate hinweg verschiedenste interne Daten aus dem Unternehmen abgefischt wurden, während Adesso es nichtmal für nötig hielt, seine Kunden, darunter auch die Bundespolizei, über den Hack zu informieren [4,5].

Staige [6] ist ein KI-Videoanalyse Unternehmen, welches die KI-Modelle für die automatische Verhaltensanalyse bereitstellt. Staige hat eine Mitarbeiteranzahl im zweistelligen Bereich und sitzt in Essen. Das Unternehmen bietet KI-Videoanalyse für die Bereiche Objektschutz (Industrie oder kritische Infrastruktur), ÖPNV, öffentlicher Raum [7] und Sport. Die Methoden und Modelle für die Videoauswertung hält Staige unter Verschluss. Es ist also nicht überprüfbar, ob die datenschutzrechtlichen Standards, wie beispielsweise Unkenntlichmachung von Gesichtern, eingehalten werden. Generell gibt es so auch keinerlei Möglichkeiten herauszufinden, welche Informationen (z.B. Hautfarbe, Kleidung, körperliche Beeinträchtigungen) aus den Videoaufnahmen von den Modellen verarbeitet werden und so zur Entscheidung beitragen, ob in dem Video gerade „abweichendes Verhalten“ zu sehen ist.
Auf der Website von Staige, lässt sich ein Eindruck gewinnen, wie die KI Analyse der Videoaufnahmen optisch aussieht.

Laut Bulleninfo sollen die KI Systeme an den KbOs in Berlin folgende Szenarien als „auffällig“ erkennen:

  • Stech- und SchnittbewegungenSchlagen, Treten, Stoßen, Würgen
  • Körperliche Auseinandersetzungen
  • Abwehrhaltungen
  • Stürze und Kollaps (Person liegt reglos auf dem Boden)
  • Rauch- und Flammenerkennung
  • Person in Panik oder Fluchtverhalten (zielloses Umherrennen)

Nicht relevant für KbOs, aber trotzdem interessant: Beim Einsatz im Objektschutz sollen folgende Szenarien erkannt werden:

  • Betreten gesperrter Bereiche
  • Beeinträchtigende Lärmeinwirkung
  • Line-Crossing
  • Klettern auf Zäune, Mauern oder Tore
  • Stein-, Flaschen- oder Brandsatzwürfe
  • Graffiti, Sprayen, Farbe
  • Lichtprojektionen
  • Zurückgelassene Objekte (Taschen, Koffer, Pakete)
  • Langes Verharren, Schleichen oder Umhergehen vor sensiblen Objekten
  • Anbringen von Gegenständen

Darüber, wie präzise die KI Systeme funktionieren, also wie hoch die Rate an falsch positiven Detektionen ist und wie gut sie „verdächtige“ Bewegungen von alltäglichen Aktivitäten unterscheiden können, gibt es ebenfalls keinerlei Informationen. Es bleibt also zweifelhaft, ob dabei eine Umarmung von einer körperlichen Auseinandersetzung, eine schlafende von einer kollabierenden Person oder eine psychisch angeschlagene von einer flüchtenden Person unterschieden werden kann.
Aktuell ist noch keine Gesichtserkennung vorgesehen und laut ASOG auch nicht zulässig. Dass sich das in naher Zukunft ändern wird, ist erwartbar, insbesondere nachdem der Bundestag bereits kürzlich ein Gesetz beschlossen hat, um automatische Gesichtserkennung zu ermöglichen.
Übrigens konnten diverse Studien bisher keinerlei präventive Wirkung von Videoüberwachung auf Gewaltdelikte nachweisen, aber wissenschaftliche Erkenntnisse sind unseren Parteien in ihrem Autoritäts- und Überwachungswahn bekanntermaßen ja sowieso ziemlich egal. Hauptsache Verdrängung, Überwachung, Kontrolle und Datensammlung mittels Salamitaktik.

Wir fordern den Senat auf, das Projekt KI-basierte Videoüberwachung an öffentlichen Orten in Berlin umgehend zu beenden und die 4 Millionen Euro in sinnvolle Projekte zu investieren: Straßensozialarbeit, Anti-Gewaltprojekte, Verfolgung von Mietwucher und Zweckentfremdung von Wohnraum.

Außerdem ermutigen wir alle Widerständigen, die mit diesem staatlichen Angriff auf unsere Freiheit und unser Zusammenleben nicht einverstanden sind, aktiv zu werden, und dafür gerne die bereitgestellten Informationen hinzuzuziehen.

Initiative Görli 24/7
https://goerli247.noblogs.org

 

[1] https://netzpolitik.org/2026/videoueberwachung-in-berlin-adesso-se-baut-verhaltensscanner-fuer-die-polizei/
[2] https://www.adesso.de/de/branchen/oeffentliche-verwaltung/ki/use-cases/datenschutzkonforme-gefahrenabwehr.jsp
[3] https://www.adesso.de/de/branchen/defense/index.jsp
[4] https://www.dsgvo-portal.de/sicherheitsvorfaelle/sicherheitsvorfall-adesso-DE-1748.php
[5] https://www.adesso.de/de/news/news/index.jsp
[6] https://staige.com/
[7] https://staige.com/loesungen/offentlicher-raum-opnv

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🎉 ZafA – Zaun für Alle 🎉

Wir präsentieren feierlich: Der neue Verschenke-Zaun am Görlitzer Park (Eingang Forster Straße)!

Nachdem die Görli-Schließung rechtswidrig und der Zaun somit offiziell überflüssig ist, haben wir einen Teil des nervigen Metallschrotts umfunktioniert, sodass er den Menschen wieder zugutekommt.
Alle sind eingeladen, sich zu bedienen oder aussortierte Dinge vorbeizubringen. Zum Beispiel Kleidung, Hygieneartikel, Bücher, Spielsachen, Sticker, Pflanzen-Setzlinge oder Zettel fürs Schwarze Brett.
Der Verschenke-Zaun soll in nächster Zeit noch ausgebaut und überdacht werden.
Gerne könnt ihr euch einbringen, weitere Behälter anbringen oder mal Aufräumen.
Auf eine solidarische Nachbarschaft und für mehr subversive Aktionen im Kiez ✊

 

   

 

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Keine KI- und Videoüberwachung im Görlitzer Park!

Stell dir vor, du bist im Görli unterwegs: alleine mit einem Buch, mit dem Hund spazieren, verabredet mit Freund:innen, zum Frisbee-spielen oder Musikhören oder zum Grillen mit der Familie, oder willst einfach nur mit dem Rad durchfahren… und Videokameras überwachen und analysieren alles, was du im Park machst.

Klingt dystopisch? Könnte aber schon bald Realität werden. Der CDU-SPD Senat und die Berliner Polizei haben beschlossen,an den sogenannten „kriminalitätsbelasteten Orten“ (KbOs) Videokameras zu installieren für eine 24 Stunden Live-Videoüberwachung mit KI-gestützter Verhaltenssanalyse.

Noch in 2026 sollen die Kameras am Kotti und an der Warschauer Straße installiert werden. Danach geht es weiter im Görlitzer Park und Wrangelkiez. Die Videoaufnahmen von dir werden von der KI automatisch und in Echtzeit auf „abweichendes Verhalten“ analysiert und ohne deine Einwilligung zum weiteren Training der KI verwendet.

Der nächste Schritt wäre dann die Auswertung des Videomaterials auf biometrische Daten, d.h. du kannst durch dein Gesicht, deinen Gang oder deine Stimme im öffentlichen Raum identifiziert werden. Autoritäre Regime benutzen diese Überwachungstechniken bereits, um Menschenansammlungen zu verhindern oder unliebsame Menschen – sei es aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Lebensweise oder ihrer politischen Einstellung – individuell zu überwachen und zu verfolgen. 

Auch hier sind wir auf dem besten Weg dorthin. Insbesondere dann, wenn Krisen und Ungleichheit sich verschärfen, der Faschismus sich weiter ausweitet und Parteien wie die AfD noch mehr Einfluss bekommen.

Der Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Raum wurde ermöglicht durch die jüngste Verschärfung des Berliner Polizeigesetzes (ASOG) und ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung hin zu einem autoritären Überwachungsstaat. Nach der Umzäunung und mittlerweile gerichtlich gekippten Schließung des Görlitzer Parks ist die geplante Videoüberwachung auch ein weiteres Beispiel dafür, wie systemisch verursachte Probleme instrumentalisiert werden, um die Überwachung und Kontrolle unserer Gesellschaft durch Polizei und Staat Stück für Stück voranzutreiben. Anstatt soziale Lösungsansätze für gesellschaftliche Missstände zu verfolgen, diskriminierten  Gruppen ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen und die Ursachen für Armut, Obdachlosigkeit, Drogenverkauf, psychische Probleme und Sucht zu bekämpfen, werden als störend befundene Menschen weiter an den Rand gedrängt und alle anderen sollen vom Staat überwacht und kontrolliert werden.

Ob Armut, Ausgrenzung, Zäune oder Kameras, im Görli zeigen sich die Missstände unseres Systems – gepaart mit staatlichen Machtdemonstrationen – im Kleinen. Der Görli ist kein Versuchslabor für staatliche Überwachungspraktiken und wir werden uns den Görli nicht noch einmal wegnehmen lassen.

Lasst uns gemeinsam die geplante Videoüberwachung verhindern!

Es braucht jetzt vielfältigen, kreativen und wütenden Widerstand gegen die Überwachungsfantasien des Senats. Werdet aktiv, informiert und organisiert euch. Schließt euch bestehenden Initiativen an oder überlegt euch selbst etwas. Nach dem vielseitigen und vorerst erfolgreichen Widerstand gegen die Görli-Schließung wollen wir auch diesen Ausgrenzungsversuch gemeinsam verhindern!

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Görli wieder offen! Kriminologe schreddert Zaunidee! Schluss mit allen KbO’s!

Eine Nachbarschaftsklage am Verwaltungsgericht Berlin gegen die nächtliche Schließung des Görlis, war im Eilverfahren erfolgreich. Der Görli ist seit Montag nachts wieder offen.

Als Reaktion auf die Nachbarschaftsklage hat der CDU/SPD-Senat seine Begründung für die Schließung dem Gericht vorgelegt. Daraufhin wurde ein Rechtsgutachten von dem Kriminologen Prof. Dr. Roland Hefendehl von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in das Verfahren eingebracht. Darin wurde überprüft, ob Senat und Polizei auch auf gültiger Rechtsgrundlage handeln.

Die sich auf das Gutachten beziehende gerichtliche Entscheidung gegen die nächtliche Schließung hat es in sich, denn der Senat hat ohne Rechtsgrundlage den Park geschlossen und sich erst danach ein Gesetz gebastelt, das ihm die Schließung erlauben sollte. Eine Missachtung der bürgerlichen Rechtsordnung! Folglich verbietet das Verwaltungsgericht die nächtliche Schließung, ein mieser Bauchklatscher für CDU und SPD.

Auch die weiteren Analysen des Gutachtens sind brisant. Denn darin geht es um die konkrete Begründung der Schließung. Die leitet sich aus dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz ab (Polizeigesetz, kurz ASOG), ohne die kein kriminalitätsbelasteter Ort (KbO) eingerichtet werden darf.

Das Gutachten zeigt, dass alle vom Senat vorgebrachten Begründungen am ASOG vorbei gehen. Im Hauptsacheverfahren der Nachbarschaftsklage wird das auch alles vom Verwaltungsgericht bewertet werden müssen. Dann erwarten wir den nächsten größeren Bauchplatscher für den Senat und die endgültige Aufhebung der Schließungsanordnung.

Der CDU/SPD-Senat ist offenbar unfähig, Entscheidungen rechtsstaatlich zu treffen oder zu begründen. Im Gegenteil wirft das Gutachten dem Senat vor, in einer Begründung für den KbO Görli, im Sinne eines verfassungswidrigen Gesinnungsstrafrechts argumentiert zu haben.

KbO Wrangelkiez und Görli sind also illegal. Das gilt auch für die hier durchgeführten tausenden willkürlichen und anlasslosen Personenkontrollen oder die geplante Kameraüberwachung. Viele der im Gutachten genannten Kriterien, die den KbO oder die Schließung betreffen, wurden der CDU und SPD vor der Schließung vergeblich entgegen gehalten. Wir können also davon ausgehen, dass CDU, SPD und Polizei vorsätzlich gehandelt haben und unsere grundrechtlichen Freiheiten für sie keine Rolle spielen.

Schließlich hat auch die Polizeipräsidentin Slowik Meisel an den Begründungen für die KbO’s mitgearbeitet. Trotz aller Rechtsbeugungen hat die Polizei die vom Senat beschlossenen Entscheidungen mitgetragen und trägt deshalb auch Mitverantwortung an den rechtswidrigen Maßnahmen, die innerhalb der KbO’s durchgeführt wurden und werden.

Alle anderen KbO’s in Berlin beruhen wahrscheinlich auf einer ähnlich willkürlichen und schwammigen Begründung wie im Wrangelkiez und im Görli.

Die rechtsungültige Senatsbegründung führt eine lange Liste von Lügen zur Begründung der Görli-Schließung fort. Deshalb gehen wir davon aus, dass unsere Einschätzung richtig ist: die Idee vom Zaunbau ist populistisch, menschenverachtend, rassistisch, klassistisch und undemokratisch.

Wegner ist regierungsunfähig, Spranger unsozial und Slowik Meisel hat kein Rechtsverständnis: wir empfehlen gemeinsamen Rücktritt, vielleicht gemeinsam Tennis spielen…

Wir fordern die sofortige Auflösung aller KbO’s!

Wir fordern die sofortige Einstellung aller polizeilichen KbO-Maßnahmen!

Wir fordern die endgültige Öffnung vom Görli 24/7!

Link zum Verfahrensbeginn

Wir klagen gegen die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks!

Link zur Zusammenfassung vom Gutachten von Görli Zaunfrei

Kriminologisches Gutachten: Görli-Schließung rechtswidrig!

Link zum Gutachten

https://goerlizaunfrei.noblogs.org/files/2026/05/AnlageK1_Gutachten.pdf

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Wiedereröffnung im Görli gefeiert

Am Montag gabs ne nette Party in den Ruinen der Pissrinne im Görli, weil der Görli auch nachts wieder offen ist. YEAH! Alle haben sich gefreut, nur einer nicht…

Bis morgens um 3 Uhr wurde ausgelassen gefeiert. Mehr als 2 Jahre gemeinsam organisierter Kampf waren vorläufig erfolgreich! Vielleicht 150 Nachbar*Innen, Kläger*innen und Leute aus den Kiez-Anti-Zaun-Initiativen hatten sich versammelt. Dabei wurden ein Paar Pyros abgefackelt, einige Sektflaschen geköpft und paar Tütchen gerollt. Bis zum Schluss wurde gelegentlich „der Görli bleibt auf“ gerufen!

Die Bullen waren desorientiert und hatten nur kurz am Anfang genervt, weil sie aus der Party eine Kundgebung machen wollten. Eine Anmeldung bei der Polizei wurde aber verweigert. Erst als Kurt Wansner, ein altbekannter Hetzer aus der Bezirks-CDU und der RBB auf der anderen Seite der Pissrinne aufkreuzten, bekam die Party nen teils kämpferischen Charakter.
Einer der Ersten, die Wansner angesprochen hatten, war einer der Kläger. Allerdings reagierte Wansner herablassend, anmaßend und abfällig auf ihn, so dass das Gespräch schnell ein frustrierendes Ende nahm. Mehr und mehr Leute von der Party kamen dazu und zeigten ihre Ablehnung gegenüber Wansners Zaunidee. Auch der RBB wurde angesprochen, er wollte aber ausschließlich mit Wansner sprechen.

Das Interview mit Wansner war entsprechend parteiisch und unkritisch. Alle mitleidige Anteilnahme vom RBB gegenüber Wansners Niederlage war aber völlig überflüssig, der Typ is ja völlig schmerzbefreit, kein Gefühl. Wansner meinte, die Leute von der Party würden alle nicht hier wohnen, klar, er kennt ja auch niemand hier aus dem Wrangel- oder Reichekiez. Die Frage nach der Niederlage durch Gerichtsentscheid hat er kalt vom Tisch gewischt und dem Gericht vorgeworfen, sich nicht mit dem Görli-Problem beschäftigt zu haben. Und natürlich hat er nichts aus dem Gerichtsentscheid gelernt, er will bei seiner kaputten Idee bleiben und erneut versuchen, den Görli mit kaputten Toren zu verschließen. Es kann nur einen geben, der Recht hat, Wansner selbst. Komischer Typ, alles was Kreuzberg ausmacht und seine Bewohner*innen lehnt er ab, aber regieren würde er in Kreuzberg schon, wenn alles so ist, wie es ihm gefällt.

Irgendwie bekam das Interview dann aber doch noch ne komische Seite. Auf der Party wurden nämlich Aufkleber verteilt, auf denen sogenannte Dick-Pics abgebildet waren, alle aus dem Internet abgefischt. Dabei handelt es sich um Fotos des nackten männlichen Genitals, die Männer ungefragt, übergriffig und gewaltvoll verschicken, meist digital. Die Aufkleber werden in Berlin immer wieder von einer Künstlerin als Protestaktion verteilt, um damit auf Übergriffigkeit durch Männer im Internet aufmerksam zu machen.Und auf Wansners Rücken befand sich irgendwann genau so ein Aufkleber. Das wirkte zwar lächerlich, sorgte aber deshalb für jede Menge Erheiterung. Wird Wansner irgendwann von seiner wahnhaft obsessiven Görli- und Kiez-Phobie ablassen können?

https://www.rbb-online.de/rbb24/videos/berlin/20260601_2145.html

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Kai Wegner & Co laden am Samstag ins Rote Rathaus: Wir kommen gern!

Am Samstag ist von 10 bis 18 Uhr „Tag der offenen Tür“ im Roten Rathaus in Berlin. Der lügende Bürgermeister Wegner und seine Kolleg*innen wie Giffey und Evers wollen sich für ihre Erfolge feiern lassen. Da kommen wir doch gerne auch vorbei!

Schließlich gibt es Grund zu feiern: Die Zahl der obdachlosen Menschen in Berlin explodiert genauso wie die Mieten und die Profite der Immobilienkonzerne. Während Millionen für Görli-Zäune und Wachschutz ausgegeben werden, wird bei sozialen Einrichtungen gekürzt. Autobahnen und Schnellstraßen werden gebaut. Fahrradwege werden abgebaut und die Fahrradbrücke zwischen Görli und Alt Treptow soll Ende des Monats gleich ganz und dauerhaft geschlossen werden.

Der Senat gibt das Geld lieber für wirklich wichtige und tolle Dinge aus wie etwa die Olympia-Bewerbung. Sechs Millionen kostet alleine die erste Etappe bis zum Entscheid des DOSB im September. Das finden wir großartig! Schließlich bedeutet Olympia mehr Ausgaben für die öffentliche Hand und hohe private Profite, gigantische Einnahmen für das IOC, steigende Mieten und mehr Überwachung. Genau das fehlt Berlin noch!

Armut, Angst und Unzufriedenheit nehmen zu, aber auch hier leistet der Senat großartige Arbeit. Das neue Polizeigesetz gibt der Polizei viele neue Befugnisse, unerwünschte Meinungen und Menschen zu unterdrücken. Für viele Millionen Euro sollen in den nächsten Monaten Kameras aufgebaut werden, um den öffentlichen Raum mit KI-Unterstützung zu überwachen.

Das sind doch alles gute Gründe zu feiern – oder etwa nicht? Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen am Samstag bei Kai & Co im Rathaus! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Taschenkontrollen sind angekündigt. Die Mitnahme von Tennisschlägern z.B. sollte doch eigentlich kein Problem darstellen – oder?

Das ausführliche Programm findet sich hier

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GÖRLI WIEDER OFFEN!

Wahrscheinlich haben es ja alle mitgekriegt: Der Görli wird ab sofort (bis auf weiteres) nachts nicht mehr abgeschlossen, im Eilverfahren hat das Gericht den 5 gegen die Schließung Klagenden rechtgegeben.

Mehr Infos in der diversen Presse dazu und bei Görli zaunfrei.

Jetzt Zäune und Tore zurückbauen und soziale Maßnahmen für ausgrenzte, arme und obdachlose Menschen ausbauen!

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Drehkreuz Eingang Landwehrkanal-Brücke

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Erste Zahlen belegen: Nächtliche Schließung des Görli sinnlos

Wir haben es immer gesagt, und jetzt wird es auch durch erste Zahlen gestützt: Die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks ist eine sinnlose, populistische, ausgrenzende und teure Maßnahme.

Bei diesem Vergleich eingeleiteter Ermittlungsverfahren im März/April 2025 und 2026 ist zu berücksichtigen, dass hiermit ausschließlich Görlitzer Park und Wrangelkiez erfasst werden. Wie vorhergesagt kam es durch die Görli-Schließung zu Verdrängungseffekten von Armut, Obdachlosigkeit und Drogenkonsum, und zwar vor allem in den Bereich rund um die Wiener Straße. Wäre also auch dieser Bereich in der statistischen Erfassung mit drin, wären nicht mal die minimalen Rückgänge bei einzelnen Verstößen zu beobachten, sondern im Gegenteil vermutlich eine deutliche Gesamtzunahme, analog der Zunahme von Obdachlosigkeit, Armut und Verelendung.

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