Pressemitteilung, Berlin, 08.01.2026
In diesem Jahr kam es bereits zu mindestens zwei größeren Aktionen gegen die im Bau befindlichen Görli-Absperrungen, die auch durch ein Großaufgebot von Polizei und privatem Wachschutz nicht verhindert werden konnten.
Die vielfältigen Aktionen an Zaun, Toren und Drehkreuzen kommen alles andere als unerwartet. Anwohner*innen und lokale Initiativen sind seit langem sauer darüber, dass der Berliner SPD-CDU-Senat nur auf rassistische, ausschließende, teure und dabei völlig sinnlose Maßnahmen wie die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks setzt, anstatt endlich die real existierenden sozialen Probleme anzugehen und zu lösen.
800.000 Euro soll die private Security zur Bewachung des Zauns am Görlitzer Park zukünftig jährlich mindestens kosten. Alleine in den letzten sechs Monaten sind laut „Tagesspiegel“ zusätzlich zum privaten Wachschutz knapp 20.000 Arbeitsstunden der Polizei für die Bewachung der Bauarbeiten am Görli-Zaun aufgebracht worden. Das entspricht alleine weiteren Kosten von etwa einer Million Euro.
Flo Grünbaum von der Initiative Görli 24/7:
„Selbst mit diesen Unmengen an Geld, das hier für Polizei und Wachschutz ausgegeben wird, schafft der Senat offensichtlich nicht, Beschädigungen an Baustellen und fertiggestellten Zaunelementen zu verhindern. Es ist längst an der Zeit, dass der Senat sein Scheitern eingesteht und das Projekt Görli-Schließung endgültig beendet.
Wir fordern, dass die Bauarbeiten an Zaun und Toren umgehend eingestellt werden. Die für die nächsten Jahre jährlich vorgesehenen 800.000 Euro für die Bewachung des Görli-Zauns müssen statt dessen in voller Höhe in neue soziale Angebote für ausgegrenzte, arme und obdachlose Menschen fließen. Mit 800.000 Euro pro Jahr lässt sich schon einiges erreichen, sei es ein neues Wärmecafé für Obdachlose, eine Konsumeinrichtung für Crack-User*innen oder eine unabhängige Beschwerde- und Ermittlungsstelle für Opfer rassistischer Polizeigewalt.“
Um die Situation nachhaltig und grundlegend zu verändern, braucht es aber auch strukturelle, tiefer greifende Maßnahmen.
Flo Grünbaum:
„Alle Menschen haben ein Recht auf bezahlbaren Wohnraum. Die Mieten müssen endlich gedeckelt und gesenkt werden. Gebaut werden muss preiswerter Wohnraum und keine Luxuswohnungen. Wir brauchen ein Ende der rassistischen Ausschließung etwa durch fehlende Arbeitserlaubnisse und Racial Profiling. Wir brauchen nicht immer mehr Überwachung und Polizei, sondern eine solidarische Stadt, in der ein gutes Leben für alle möglich ist.“
Die Initiative Görli 24/7 geht davon aus, dass der Höhepunkt der Proteste noch lange nicht erreicht ist. Mit weiteren Sachbeschädigungen am Zaun, entflohenen Zaunelementen und anderen ungehorsamen Aktionen der Anwohner*innenschaft muss gerechnet werden.
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